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Wer hat Anspruch auf ein Pflegebett zu Hause?

Es gibt ein Pflegeversicherungsgesetz, welches die Aussage im § 40 SGB XI trifft, „der Einsatz von Pflegehilfsmittel soll die häusliche Pflege erleichtern und die Beschwerden lindern“.

Der Einsatz dieser Hilfsmittel sollte auch noch eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen. Eine ärztliche Verordnung war in diesem Gesetz ausdrücklich nicht vorgesehen. Der Einsatz eines Pflegehilfsmittels soll die Funktion haben, dass der Pflegebedürftige seine Selbstständigkeit und Selbsthilfefähigkeit bei den gewöhnlichen und wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens erfahren kann.

Das Ziel in diesem Gesetz ist, dem Pflegebedürftigen eine Möglichkeit zu bieten, relativ gering in eine Abhängigkeit von Dritten zu gelangen.

Nun gibt es aber Pflegekassen die für diesen Part der Bereitstellung eines Hilfsmittels in Form eines Pflegebettes eine Hürde für die Pflegebedürftigen die zu Hause gepflegt werden aufgebaut haben, trotz klarer Pflegeeinstufung gemäß das SGB XI.  Jetzt müssen die Versicherten wunderliche Fragen beantworten, ob der Pflegebedürftige bettlägerig ist, an welchem Ort die Körperpflege durchgeführt wird, ob die Einnahme der Mahlzeiten außerhalb des Bettes eingenommen werden, wie es mit der Kontinenz ausschaut und ob denn ein Wechsel der Inkontinenzartikel innerhalb des Bettes erfolgen muss.

Wenn die Begründungen des Pflegehaushaltes nicht ausreichen, dann wird auf ein handelsübliches Seniorenbett verwiesen. Mit dem Vermerk, dieses sei ein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens und kann von der Pflegekasse nicht finanziert werden.  Nun kann man das SGB XI drehen und wenden, solche Grundbestimmungen sind nicht fixiert worden, für die Bereitstellung eines Pflegebettes. Der Grundaspekt, dass für die Pflegekassen die häusliche Pflege für alle Beteiligten wirtschaftlich durch die Bereitstellung eines Pflegebettes viel günstiger darstellen lässt, wird vollkommen außer Acht gelassen.

Die Vorteile sind klar ersichtlich:

  • Eigenmobilitätsförderung des Pflegebedürftigen
  • Sturzminderung
  • Rückenschonendes Arbeiten für die Pflegepersonen bei den Transfers und Pflegeverrichtungen

Der Pflegebedürftigenhaushalt ist mit solchen Fragestellungen erschüttert und wird sich nicht weiter, trotz der ihnen zustehenden Gesetze, um eine Bereitstellung eines Pflegebettes bemühen und in Eigenleistung treten. Still und leise gewinnt so die entsprechende Pflegekasse durch die Nichtbereitstellung – aber die Folgekosten, entstanden durch Überlastung oder Stürze, werden auf die Krankenkasse abgewälzt. Gespart wird nicht!

  Die Autorin Frau Christine Schmidt  ist  Geschäftsführerin von PREMIO ,